Additive Manufacturing – Von der Prozessentwicklung zur industriellen Prozesskette
Unternehmen stehen unter dem ständigen Druck, schneller zu innovieren, Lieferketten robuster zu gestalten und zugleich Qualität, Dokumentation und Kosten im Griff zu behalten. Additive Fertigung bietet dafür enorme Freiheitsgrade, scheitert in der Praxis jedoch oft nicht am Bauteildesign, sondern an fehlender Prozessstabilität, unzureichend integrierten Prozessschritten und dem Sprung von der Einzelanwendung zur reproduzierbaren Serienfähigkeit.
Genau hier setzen wir, die Mitgliedinstitute des Fraunhofer-Verbundes Produktion, an: Wir entwickeln und optimieren AM-Prozesse (Metall, Polymer und weitere Verfahren) systematisch vom Parameter- und Material bis zur robusten Prozessführung. In Industrieprojekten konnten so je nach Anwendung Lieferzeiten um bis zu 90% reduziert, Stückkosten um bis zu 50% gesenkt und durch drahtbasierte Auftragsprozesse eine Materialeffizienz von bis zu 100% erreicht werden. Mit datenbasiertem Monitoring, digitalen Modellen und industrienaher Validierung schaffen wir die Voraussetzung für reproduzierbare Qualität, höhere Ausbringung und beherrschbare Prozessrisiken – unabhängig davon, ob es um neue Anwendungen, Skalierung oder die Überführung in regulierte Umfelder geht.
Für die Industrialisierung denken wir AM als End-to-End-Prozesskette: Vom Pre-Processing über den Druck selbst bis zur einsatzbereiten Komponente. Dazu integrieren wir Nacharbeitsprozesse wie die Oberflächen- und Maßbearbeitung, die Stützstrukturentfernung, die Wärmebehandlung sowie funktionale Beschichtungen in durchgängigen, (teil-)automatisierten Produktionskonzepten. Es entstehen integrierte AM-Linien, die sich in bestehende Produktions- und Qualitätsstrukturen einfügen lassen und mit definierten Schnittstellen sowie transparenter Qualitätsabsicherung den Weg von der Idee bis zur industriellen Fertigung abbilden.